Ich drücke wieder die Schulbank

von AutoreNonGrata
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Ich drücke wieder die Schulbank

Morgen ist der letzte Tag der Schulferien in Niedersachsen, und damit sind auch meine Sommerferien zu Ende. Wie jetzt, Ferien? Schule? Ja, seit einem Jahr bin ich wieder ein Schüler und Besuche im Abendunterricht eine Fachschule für Betriebswirtschaft.

Es sind ja nun schon ein paar Jahr(zehnt)e wo ich das letzte Mal eine Schule / die Uni und einen Klassenraum als lernender von innen gesehen habe. Und an und für sich ist es für mich auch nicht notwendig eine lange und zeitraubende Fortbildung anzugehen. Ich habe mich vor etwas über einem Jahr dann doch entschlossen meinen Fachwirt zu machen, mein Wissen solide zu festigen und einen "Stempel" für mein Können zu bekommen.

In Deutschland haben "Stempel" und Dokumente für absolvierte Prüfungen nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert, egal wie gut jemand (tm) in seinem Bereich auch sein mag. Es wird immer erst einmal geschaut was hat die Person gelernt, eventuell im späteren Verlauf vertieft oder wie hat er / sie sich weitergebildet. Und da es bei mir mit den "Stempeln" recht mau aussieht, und keiner so richtig weiß was in den nächsten Jahren 5 bis 10 Jahren passieren wird, mache ich aktuell einen neuen "Stempel".

Seit einem Jahr bin ich also wieder Schüler um einen Abschluss als "Staatlich geprüfter Betriebswirt (Bachelor Professional in Wirtschaft)" zu erreichen. Nach drei Jahren, und drei- bis viermal in der Woche Unterricht, kommt dann die Prüfung. Das erste Drittel ist um und es war gar nicht mal so schlimm wie ich dachte. Allerdings dachten das nicht alle meiner Mitschüler/innen, denn vom Anfang knapp über 40 sind wir inzwischen auf unter 20 geschrumpft. Vielleicht wird sich das jetzt nach den Ferien sogar noch weiter reduzieren.

Es ist ein sehr zeitintensiver Lehrgang, zumal es Schulüblich auch Hausaufgaben und Hausarbeiten gibt. Von der Zeit um $Dinge mehr verinnerlichen oder nacharbeiten zu können einmal abgesehen. Und auch wenn das Ganze anstrengend ist, wieder zu lernen oder Klausuren zu schreiben, es macht auch viel Spaß. Es sind nette Menschen mit mir in der Klasse und auch die Lehrkräfte sind engagiert und hilfsbereit.

Dennoch gab es natürlich auch schon das eine oder andere unschöne während des ersten Jahres. So gab es im Rahmen von Äußerungen auf einer privaten WhatsApp Gruppe drei Mitschüler, die für einen Monat vom Unterricht suspendiert wurden. Ob der ganze Vorgang so Datenschutzrechtlich korrekt lief oder die Strafe den Anschuldigungen gerecht wurde, das lasse ich hier mal dahin gestellt. Dazu wollte ich im Laufe der Zeit etwas ausführlicher schreiben.

Auch die Problematik Schule und Unterricht in einer Pandemie zu betreiben, hat mir gezeigt, wo das Limit unseres Schulsystems ist. Nicht das es sonst keine Probleme im Schulwesen gäbe, hier hat sich aber noch einmal sehr genau gezeigt, dass unser Schulsystem an ganz vielen Punkten nur maximal ausreichend ist. Zu meinen Beobachtungen, Erfahrungen und Ideen das zu verbessern, auch das in einem anderen Blogeintrag.

Ich freue mich jedenfalls das es am Donnerstag wieder losgeht, auch wenn ich die Ferien an sich gerne länger genossen hätte. Da bin ich halt ganz der Schüler, Ferien kann es nie genug geben.

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